Mit sensationellem Erfolg wurde „Orphée et Euridice“, Christoph Willibald Glucks wohl berühmteste Oper, 1774 in Paris uraufgeführt (BA 2282). Dieser Neufassung ging eine Wiener Version mit italienischem Gesangstext voraus, die im Jahre 1762 unter Leitung des Komponisten im Burgtheater zum ersten Mal erklang (BA 2294).

Für die Pariser Fassung hat Gluck die Hauptfigur Orpheus von einer Alt- zu einer Tenorrolle umgestaltet und die Rezitative neu komponiert.

Beiden Fassungen von Glucks Reformdrama liegt ein Libretto von Ranieri de’ Calzabigi zugrunde, mit dem dieser die metastasianische Oper des 18. Jahrhunderts revolutioniert hat. Solo- und Chorgesang, Instrumentalmusik, Pantomime und Tanz sind nun eng verzahnt. Der Mythos ersetzt eine intrigenreiche historische Handlung. An die Stelle der Da-capo-Arie treten einfache Liedformen mit weitgehendem Verzicht auf Koloraturen.


Tragédie-opéra in drei Akten (Pariser Fassung 1774)
Libretto: Pierre-Louis Moline (nach Raniero de' Calzabigis Libretto für Glucks Wiener „Orfeo ed Euridice“ von 1762) (französisch)

Uraufführung: 2. August 1774, Paris, Opéra (Salle des Tuileries)
Ausgabe: Ludwig Finscher (Gluck. Sämtliche Werke)
Übersetzung: Hans Swarowsky (deutsch)

Ort und Zeit der Handlung: Averner See, in mythischer Zeit

Personen:
Orphée – Tenor
Euridice – Sopran
L'Amour – Sopran
Chor/ Ballett: Schäfer, Schäferinnen, Nymphen, Dämonen, Furien, Selige Geister, Heroen, Heroinen

Orchester: 2,2,2,2 – 2,2,3,0 – Pk – Hfe – Str
Bühnenmusik: Ob,Hfe,Str

Dauer: ca. 2h