Dass die in der Volkskunst des französischen Vaudevilles verwurzelte „Opéra comique“ durch den italienisch komponierenden Oberpfälzer Gluck in Wien zu einem ihrer Höhepunkte geführt wurde, zeigt sehr deutlich die engen Beziehungen und Verflechtungen des europäischen Musiklebens in der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Mit „Merlins Insel oder Die verkehrte Welt“ schuf Gluck ein bezauberndes Buffo-Werk, das seinen Reiz nicht nur aus der farbigen Musik mit ihren liebevollen Details in Instrumentation und Charakterisierung, sondern auch aus dem Nebeneinander von realen, mythologischen und märchenhaften Figuren und den gesellschaftskritischen Untertönen des Librettos bezieht.
Die neue Ausgabe folgt der Gluck-Gesamtausgabe Abt. IV, Band 1, herausgegeben von Günter Haußwald.


Opéra comique in einem Akt (1758)
Libretto: Louis Anseaume (nach Alain-René Lesages und d'Ornevals Libretto zu Jean-Claude Gilliers' Vaudeville Le monde renversé von 1718) (französisch)

Uraufführung: 3. Oktober 1758, Wien, Schloss Schönbrunn
Ausgabe: Günter Haußwald (Gluck. Sämtliche Werke)
Übersetzung: Günter Haußwald (deutsch)

Ort der Handlung: Insel des Zauberers Merlin

Personen:
Merlin – Tenor
Argentine und Diamantine, Nichten Merlins – Soprane
Zerbin – Sprechrolle
Hanif – Tenor
Pierrot – Bass
Scapin – Bass
Der Philosoph – Tenor
M. de la Candeur, Prokurator – Tenor
Hippocratine – Sopran
Le Chevalier de Catonville, Stutzer – Tenor
M. Prud'homme, Notar – Bass

Orchester: 2,2,0,1 – 2,0,0,0 – Str – Bc

Dauer: ca. 1h 15'