„Saul“, im Originaltextbuch (datiert 1738) als „an Oratorio or Sacred Drama“ bezeichnet, erlebte seine erste Aufführung am 16. Januar 1739 unter Händels Leitung im königlichen Theater am Haymarket in London. Das libretto stammt von Charles Jennens (1700–1770), einem wohlhabenden Amateurschriftsteller aus Gopsall, Leicestershire. Einem Brief Händels an Jennens vom 28. Juli 1735 zufolge scheint es, als wäre ein Entwurf des Textes bereits zu diesem Zeitpunkt fertig gewesen.

In der durch Händel zur Vollkommenheit gelangten englischen Oratorientradition nimmt „Saul“ insofern einen außerordentlich bedeutenden Platz ein, als er zusammen mit „Israel in Egypt“ am Ende der ersten Schaffensperiode derartiger Werke steht.


Oratorium in drei Akten HWV 53 (1738)
Text: Charles Jennens (nach den beiden alttestamentarischen Büchern Samuel, Abraham Cowleys Sacred Poem „Davideis“ und Roger Boyles Tragedy „King Saul“)
Uraufführung: 16. Januar 1739, London, King's Theatre (Haymarket)

Ausgabe: Percy M. Young (Hallische Händel-Ausgabe)
Übersetzung: Walther Siegmund-Schultze

Personen:
Merab, Tochter Sauls – Sopran
Michal, Tochter Sauls – Sopran
David, König Israels in der Nachfolge Sauls – Alt
Jonathan, Sohn Sauls – Tenor
Abner, Heerführer Sauls – Tenor
Hexe von Endor – Tenor
Ein Amalekiter – Tenor
Hoher Priester – Tenor
Saul, König Israels – Bass
Doeg, Diener Sauls – Bass
Geist des Propheten Samuel – Bass
Abiathar, ein Priester – Bass
Chor: Israelitinnen, Israeliten

Orchester: 2,2,0,2 – 0,2,3,0 – Pk,Carillons – Hfe – Org,Cemb – Str(V dreigeteilt)

Dauer: ca. 2h 30'