Am 23. März 1715 erlebte Händels fünfte Londoner Oper ihre umjubelte Erstaufführung. Dabei beruhte der Erfolg des Werks – Händels dritter Zauberoper – nicht nur auf den prächtigen neuen Ausstattungen und Kostümen, sondern insbesondere auf dem außerordentlichen Reichtum an schöner Musik, welche die dramatischen Erlebnisse der Liebenden Amadigi und Oriana im Kampf mit der Zauberin Melissa untermalt.

Wahrscheinlich veranlasste die Rückkehr des berühmten Kastraten Nicolini, der die Titelrolle in der Uraufführung sang, die Entstehung von „Amadigi“. Bis 1717 stand die Oper mit kleinen, durch Erkrankung oder Austausch von Sängern bedingten Änderungen regelmäßig auf dem Spielplan. Auch in Hamburg wurde „Amadigi“ in deutscher Sprache zwischen 1717 und 1720 mehrfach aufgeführt.


Opera seria in drei Akten HWV 11 (1715)
Libretto: Giacomo Rossi (?) (nach Antoine Houdar de la Mottes Libretto zu André Destouches' Tragédie Amadis de Grèce von 1699 sowie Philippe Quinaults Libretto zu Jean-Baptiste Lullys gleichnamiger Tragédie en musique von 1684)
(italienisch) Uraufführung: 25. Mai 1715, London, King's Theatre (Haymarket)
Ausgabe: John Merrill Knapp (Hallische Händel-Ausgabe)
Übersetzung: Michael Pacholke (deutsch)

Orte der Handlung: Garten Melissas, Garten mit Palast im Hintergrund, Palast Melissas

Personen:
Amadigi di Gaula, Held, liebt Oriana – Mezzosopran
Oriana, Tochter des Königs der glücklichen Inseln – Sopran
Melissa, Zauberin, liebt Amadigi – Sopran
Dardano, Prinz von Thrakien – Alt
Orgando, Onkel von Oriana – Sopran (Bass)
Ballett

Orchester: 2(2Bfl),2,0,1 – 0,1,0,0 – Str – Bc

Dauer: abendfüllend