Das Oratorium „Esther“ ist das erste englische Oratorium und das erste Oratorium Händels, dem eine Theatertragödie, Jean Racines „Esther“, zugrunde liegt. Gleichzeitig fügt Händel hier erstmalig seine in Deutschland, Italien und England gesammelten Erfahrungen zusammen und kreiert so seinen besonderen Oratorientypus, wenn auch noch nicht in der späteren, integrativen Form.

Viele Stücke der Komposition greifen musikalisch auf die vorher entstandene „Brockes-Passion“ zurück. Die Uraufführung fand 1720 statt, Händel hat das Oratorium für die erste öffentliche Aufführung in London 1732 bearbeitet und erweitert. Der Urtext der Hallischen Händel-Ausgabe bietet die erste Fassung von 1720.


Oratorium in sechs Szenen HWV 50a (Erste Fassung) (1718)
Text: John Arbuthnot und Alexander Pope (?)(nach dem Buch „Ester“ des Alten Testaments und Jean Racines gleichnamiger Tragödie von 1689) (englisch)
Uraufführung: 1718(?), Cannons bei London
Ausgabe: Howard Serwer (Hallische Händel-Ausgabe)
Übersetzung: Annette Landgraf (deutsch)

Personen:
Esther, eine Israelitin und Frau des Assverus – Sopran
Assverus, König von Persien – Tenor
Haman, persischer Minister – Bass
Mordecai, ein Israelit – Tenor
Israelitin – Sopran
Erster Israelit – Tenor
Zweiter Israelit – Tenor
Dritter Israelit – Alt
Habdonah, persischer Hauptmann – Tenor
Offizier – Tenor
Chor: SATTB

Orchester: 0,1,0,2 – 2,1,0,0 – Hfe – Str – Bc

Dauer: ca. 1h 30