„Ariodante“ war das erste Werk, das Händel für das damalige „Theatre Royal“ in Covent Garden komponierte, nachdem sein Vertrag mit dem King’s Theatre am Haymarket Mitte 1734 ausgelaufen war. Durch die Kombination von exzellenter und fesselnder Musik mit einer erstklassigen Handlung ragt „Ariodante“ aus Händels Opernschaffen heraus.

Es gibt wahrscheinlich keine andere Händel-Oper, die eine solche Fülle markanter und eingängiger Arien enthält, wie es sie allein schon im ersten Akt von „Ariodante“ gibt. Die drei umfangreichen für den Kastraten Carestini komponierten Arien zählen zu den großen Bravourstücken.

Die Handlung geht auf ein Ereignis in Ariostos Epos „Orlando furioso“ (1516) zurück. Die zentrale Begebenheit des Dramas – der Trick mit dem Herzog Polinesso seinen Feldherrn Ariodante davon überzeugt, dass Ginevra untreu ist – wurde schon von Shakespeare in „Much a do about nothing“ verarbeitet.


Opera in drei Akten HWV 33 (1734/1735)
Libretto: unbekannter Bearbeiter (nach Antonio Salvis Libretto zu Giacomo Antonio Pertis Dramma per musica „Ginevra, principessa di Scozia“ von 1708, basierend auf Ludovico Ariostos Versepos „Orlando furioso“ von 1532) (italienisch)
Uraufführung: 8. Januar 1735, London, Covent Garden Theatre
Ausgabe: Donald Burrows (Hallische Händel-Ausgabe)
Übersetzungen: 1) Emilie Dahnk-Baroffio, 2) Reinhard Strohm (deutsch)

Ort und Zeit der Handlung: Schottland, Mittelalter

Personen:
König von Schottland – Bass
Ginevra, seine Tochter – Sopran
Ariodante, ihr Verlobter – Mezzosopran
Lurcanio, sein Bruder und Liebhaber der Dalinda – Tenor
Dalinda, Freundin Ginevras – Sopran
Polinesso, Herzog von Albanien – Alt
Odoardo, schottischer Ritter und Berater am Hofe – Tenor
Chor/Ballett

Orchester: 2,2Bfl,2,0,2 – 2,2,0,0 – Str – Bc

Dauer: ca. 3h