Händels 1733 in London uraufgeführte Zauberoper „Orlando“ nach einem Vorlagelibretto von Carlo Sigismondo Capeci geht indirekt auf Ludovico Ariostos Versepos „Orlando furioso“ zurück. Dieser Stoff war seinerzeit sehr beliebt und wurde häufig vertont, u. a. von Jean-Baptiste Lully, Agostino Steffani und Joseph Haydn. Die Titelpartie des „rasenden Roland“ ist die letzte, die der Komponist für den gefeierten Kastraten Senesino schrieb. Einige der bühnenwirksamen Effekte, die die Zauberkünste Zorastros illustrieren sollen, verlangen nach einer ausgeklügelten barocken Bühnenmaschinerie.


Opera seria in drei Akten HWV 31(1732)
Libretto: unbekannter Bearbeiter (nach Carlo Sigismondo Capeces Libretto zu Domenico Scarlattis Dramma per musica „Orlando ovvero La gelosa pazzia“ von 1711) (italienisch)

Uraufführung: 27. Januar 1733, London, King's Theatre (Haymarket)
Ausgabe: Siegfried Flesch (Hallische Händel-Ausgabe)
Übersetzung: Peter Brenner (deutsch)

Orte der Handlung: Landschaft mit Berg, der in einen Palast verwandelt wird, Grotte

Personen:
Orlando – Alt
Angelica, Königin von Kathai, Geliebte des Medoro – Sopran
Medoro, afrikanischer Prinz, Geliebter der Angelica – Mezzosopran
Dorinda, Schäferin – Mezzosopran
Zoroastro, Zauberer – Bass

Orchester: 2,2,0,0 – 2,0,0,0 – Str – Bc
Dauer: ca. 3h