Das Oratorium „Athalia“ erzählt die alttestamentliche Geschichte von der Königin und Baalsanbeterin Athalia. Händel komponierte es 1733 für Oxford, wo es im gleichen Jahr im Rahmen der Feierlichkeiten zur Verleihung akademischer Würden erstmals aufgeführt wurde. Der große Erfolg dieser Aufführung wird allgemein als Grund für eine verstärkte Hinwendung Händels zur Gattung des Oratoriums gesehen.

Wie so häufig setzte Händel auch hier den Kompositionsprozess nach der Erstaufführung fort. So fügte er etwa in der Fassung für die Londoner Aufführung von 1735 Stücke in italienischer Sprache für den italienischen Sänger Carestini in der Rolle des Joad ein und ließ das Werk mit einem Orgelkonzert enden. Für die Aufführung von 1756 griff er besonders im dritten Teil auf andere eigene Werke zurück. Umgekehrt bildeten große Teile der Musik zu Athalia die Basis für andere Werke Händels, etwa „Parnasso in festa“ (HWV 73) sowie für das „Wedding Anthem“ (HWV 262).


Oratorio in drei Akten HWV 52 (1733)
Text: Samuel Humphreys (nach Jean Racines Tragödie Athalie von 1691) (englisch, Fassung 1735auch italienisch)
Uraufführung: 10. Juli 1733, Oxford, Sheldonian Theatre)
Ausgabe: Friedrich Chrysander (Fassung 1733)
Übersetzung: Georg Gottfried Gervinus (deutsch)

Personen:
Athalia, Königin von Juda, Großmutter von Joas – Sopran
Josabeth, Tante von Joas und Frau von Joad – Sopran
Joas, König von Juda, unter dem Decknamen Eliakim – Sopran
Joad, Hoher Priester – Altus
Mathan, Priester des Baal, vormals jüdischer Priester – Tenor
Abner, Anführer des jüdischen Heeres – Bass
Chor: Jungfrauen, Israeliten, Priester, Begleiter Athalias, sidonische Priester, Leviten

Orchester: 2Bfl(Fl),2,0,2 – 2,2,0,0 – Pk – Cemb,Org – Lte – Str

Dauer: ca. 2h 30'