Das Drama „La finta giardiniera“ (KV 196) nimmt unter den Mozart-Werken insofern eine Sonderstellung ein, als es als einzige Mozart-Oper in zwei authentischen Textfassungen überliefert ist, einer italienischen und einer deutschen. Wer dem noch nicht 19 Jahre alten Salzburger Komponisten den Auftrag verschafft hat, für den Münchner Hof mit seinem angesehenen „Ensemble die opera buffa“ für die Karnevalszeit zu komponieren, wissen wir nicht mit Sicherheit, vielleicht der Bischof vom Chiemsee Ferdinand Christoph Graf Waldburg-Zeil. Die Wahl des Stoffes dürfte der Münchner Hof selbst getroffen haben.


Dramma giocoso in drei Akten KV 196 (1774/1775)
Libretto der italienischen Fassung: Giuseppe Petrosellini (?) (als Libretto zu Pasquale Anfossis gleichnamigem Dramma giocoso von 1773/1774) (italienisch)
Libretto der deutschen Singspielfassung: Johann Franz Joseph Stierle d. Ä. (deutsch)

Uraufführung: 13. Januar 1775, München, Opernhaus St. Salvator (Erste Fassung, italienisch),1.(?) Mai 1780, Augsburg, Komödienstadl (Zweite Fassung, deutsch)
Ausgabe (beide Fassungen): Rudolph Angermüller und Dietrich Berke (Neue Mozart-Ausgabe)

Übersetzung der Secco-Rezitative: Dagny Müller (deutsch)

Ort der Handlung: Schwarzensee

Personen:
Don Anchise, Amtshauptmann von Schwarzensee – Tenor
Gräfin Violante, unter dem Namen Sandrina, als Gärtnerin – Sopran
Graf Belfiore – Tenor
Arminda, Nichte des Amtshauptmanns – Sopran
Ritter Ramiro, Liebhaber der Arminda – Sopran
Serpetta, Wirtschafterin des Amtshauptmanns – Sopran
Roberto, Diener der Violante unter dem Namen Nardo, ebenfalls als Gärtner – Bass

Orchester: 2,2,0,2 – 4,2,0,0 – Pk – Str – Bc
Dauer: ca. 3h 30'