Als Haydn 1795 von seinem neuen Fürsten Nikolaus II. Esterházy die Nachricht erhielt, dass das Esterházy-Orchester neu gebildet würde und erseinen Posten als Kapellmeister wieder aktiv ausüben solle, hielt er sich gerade in England auf.

Nikolaus II. verlangte von seinem Kapellmeister, abgesehen von den üblichen Routinediensten, nicht sehr viel. Allerdings sollte Haydn jedes Jahr zum Namenstag der Fürstin Josepha Maria eine neue Messe schreiben, die am darauffolgenden Sonntag in der Bergkirche zu Eisenstadt zelebriert wurde.

Wie bekannt ist, wurde eine neue Haydn-Messe vor einer versammelten Gemeinde am St. Stephanstag (26. Dezember 1796) in der Piaristenkirche zu Wien aufgeführt. Der Herausgeber hat im Hinblick auf diese Ausgabe die Musikarchive der Kirche durchsucht und dabei zeitgenössische Stimmen zur Missa in tempore belli gefunden. Es kann somit als sicher gelten, dass in der Piaristenkirche zu Wien 1796 die Missa in tempore belli, die Haydn kurz zuvor in Eisenstadt beendet hatte, aufgeführt wurde und nicht die Heiligmesse erklungen ist.