Haydns letztes für das Theater des Fürsten Nikolaus Esterházy bestimmte Bühnenwerk, die Opera seria „Armida“, entstand 1783 und wurde am 26. Februar 1784 uraufgeführt. Als Librettist galt bisher Jacopo Durandi, doch ist diese Zuweisung aufgrund eingehender Vergleiche mit zahllosen „Armida-Libretti“ nicht aufrecht zu erhalten; eher ist ein Kompilator anzunehmen (Nunziato Porta?).
Die Oper war ein großer Erfolg, und die Zeitgenossen hielten „Armida“ für Haydns bestes Bühnenwerk. Mit der Wahl des Armida-Stoffes (aus T. Tassos „Gerusalemme liberata“) trat Haydn in eine große, dieser Quelle verpflichtete Operntradition. „Armida“ gehörte fünf Jahre lang zum Repertoire des fürstlichen Theaters wurde aber auch an anderen Theatern, in Pressburg, Budapest und Wien gespielt und enthusiastisch aufgenommen.

Dramma eroico in drei Akten Hob. XXVIII:12 (1783)
Libretto: unbekannter Bearbeiter (Nunziato Porta?) (nach dem auf Torquato Tassos Gerusalemme liberata ovvero Il Goffredo von 1575 basierenden anonymen Libret to zu Antonio Tozzis Dramma per musica Rinaldo von 1775) (italienisch)

Uraufführung: 26. Februar 1784, Schloss Eszterháza
Ausgabe: Wilhelm Pfannkuch (Haydn Werke)
Übersetzung: Gerhard Müller (deutsch)

Ort und Zeit der Handlung: in und bei Damaskus, um 1100

Personen:
Armida, Zauberin, Nichte Idrenos – Sopran
Rinaldo, Ritter im Heer Goffredos – Tenor
Ubaldo, fränkischer Ritter im Heer Goffredos – Tenor
Idreno, König von Damaskus, Onkel Armidas – Bass
Zelmira, Hofdame bei Armida – Sopran
Clotarco, Ritter im Heer Goffredos – Tenor

Orchester: 2,2,2,2 – 2,2,0,0 – Pk – Str – Bc

Dauer: ca. 2h 30'