Sinfonie Nr. 8 ist das Schlussstück von Haydns Tageszeiten-Zyklus, deraus den Sinfonien Le Matin,Le Midi und Le Soir (Hoboken I:6-8) besteht. Der Zyklus entstand 1761 als Auftragswerk für Haydns Dienstherren, den Fürsten Anton Esterhäzy. Ob sich der Fürst ein Gegenstück zu Vivaldis berühmten Concerti über die vier Jahreszeiten erhoffte oder ob ihn eine andere Idee leitete, lässt sich nicht mehr ermitteln. Der Zweck der konzertanten Sinfonien dürfte es gewesen sein, das im Frühjahr neu zusammengestellte bzw. erweiterte fürstliche Kammerensemble samt seinem neuen Kapellmeister einem ausgewählten Publikum vorzustellen. Die Werke sind ausgesprochen gross und repräsentativ, und die bis zur Dreizehnstimmigkeit aufgefächerte Besetzung gibt fast jedem Spieler die Gelegenheit, sein Können solistisch vorzuführen. Das Esterházy-Ensemble wies um diese Zeit sechs oder sieben Violin-bzw. Violaspieler auf (der siebte war hauptamtlich Flötist); dazu kamen je ein Violoncello- und ein Violonespieler, zwei Oboisten, die auch die Flöte übernehmen konnten, zwei Hornisten und ein Fagottist. Hierbei ist Haydn selbst, der das Ensemble von der ersten Violine aus leitete, mit eingerechnet. Entgegen einem verbreiteten Vorurteil wirkte kein Cembalo mit. Uberhaupt wurde damals im Wiener Raum nur Vokalmusik (Opern, Kantaten, Kirchenmusik) mit einem Tasteninstrument aufgeführt.