Mozart komponierte das Offertorium „Inter natos mulierum“ KV 72 (74f) im Frühsommer 1771. Charakteristisch für das Werk ist der kontrastreich gestaltete Chor als Träger des Ausdrucks, dem sich die Instrumente weitgehend unterordnen. Ein fallendes Quintmotiv, mit dem schon das ausgedehnte Orchesterspiel operiert, stellt eine refrainartige Bindung innerhalb des Werkes her.

Der Text ist dem Evangelium Matthäus 11,11 und dem Evangelium Johannes 1,29 entnommen. Der Anfang kehrt auch in der 4. Antiphon in II. Vesperis de Nativitate S. Joannis Baptistae, der Schlusssatz als Absolutionsformel in der Messliteratur wieder.