Mozarts „Misercordias Domini“ KV 222 (205a) ist ein Auftragswerk für den bayerischen Kurfürsten, wie aus einem Schreiben des Komponisten an P. Martini hervorgeht. In den ersten beiden Monaten des Jahres 1775 muss dieses in München entstanden sein. Das kleine kirchenmusikalische Werk wurde schließlich am 5. März desselben Jahres aufgeführt.

In enger Anlehnung an die sorgfältig gearbeiteten Werke seiner Salzburger Vorbilder und unter Benutzung eines Motivs aus Johann Ernst Eberleins „Benedixisti Domine“ vereinigt Mozart in diesem kontrapunktischen Meisterwerk Polyphonie mit der Ausdruckskraft spannungsreicher Harmonik.

Da die vom Komponisten an P. Martini versendete Kopie in Bologna unauffindbar ist, ist die Echtheit der Violastimme nicht gesichert.