Die Messe KV 262 (246a) ist als Missa longa bekannt. Diese Bezeichnung schrieb Leopold Mozart zu ihrem Incipit auf den Umschlag zu dem Konvolut, in dem einst die Autographen von fünf in C-Dur stehenden Messen Mozarts vereinigt waren. In der Mozartliteratur ist als Entstehungsjahr des Werkes 1776 angeführt, ohne einen Vermerk, dass etwa nur eine Vermutung vorliege.

Die Monumentalität der Missa longa lässt auf einen besonderen feierlichen Anlass schließen, für den das Werk komponiert wurde. Sucht man nach bemerkenswerten kirchlichen Ereignissen, die sich im achten Jahrzehnt abspielten, so gehört dazu jedenfalls die am 17. November 1776 im Salzburger Dom vorgenommene Weihe des Ignaz Josef Grafen von Spaur, der Koadjutor und Administrator des Bistums Brixen war, zum Titularbischof von Chrysopel. Erich Schenk hat dargelegt, dass die im Brief Leopold Mozarts vom 28. Mai 1778 erwähnte „Spaur Messe“ Wolfgangs sich auf die Weihe des Ignaz Josef Spaur beziehe, der ein langjähriger Bekannter der Familie Mozart war; um so mehr dürfte die Komposition für die Konsekration auch eine persönliche Huldigung gewesen sein. Die einzige Vertonung des Ordinariums aus dieser Zeit, die einem so hochfeierlichen Rahmen entspricht, ist die Missa longa.