Das im Mai 1771 zu Salzburg entstandene viersätzige „Regina coeli“ KV 108 (74d) lässt in Ausdruck und Faktur die neapolitanische Kirchenmusik deutlich als Vorbild erkennen. Der meist homophon gestaltete Chor der beiden Ecksätze in reichem Orchestergewand bildet die Umrahmung für zwei koloraturenreiche Arien für Sopran, von denen die beiden Teile der ersten Arie mit einem Chorepilog ausgestattet sind. Dementsprechend findet auch im letzten Satz der Solo-Tutti-Kontrast Anwendung, der zugleich die beherrschende Rolle des Solosoprans, die das ganze Stück auszeichnet, unterstreicht.