Hinweise auf Entstehung, Bestimmung oder Aufführung der vermutlich im Sommer oder Frühherbst 1779 komponierten Sinfonia concertante in Es für Violine, Viola und Orchester KV 364 (320d) fehlen, da sie mit Sicherheit oder doch mit größter Wahrscheinlichkeit in Salzburg geschrieben wurde. Mozart hatte also auch keinen Grund, sich schriftlich zu äußern. Er scheint allerdings erst in Paris Veranlassung gehabt zu haben, sich mit der Gattung „Symphonie concertante“ näher zu befassen.

Am 5. April 1778 schreibt er an den Vater: „Nun werde ich eine sinfonie concertante machen, für flauto wendling, oboe Ramm, Punto waldhorn, und Ritter Fagott“. Um so enttäuschender muss es für ihn gewesen sein, dass sich in Paris ähnliche Schwierigkeiten hinsichtlich der Aufführung seiner Werke ergaben wie zuvor schon in Mannheim. Nachdem die von Mozart erwähnte „sinfonie concertante“ von Le Gros, dem Veranstalter der Concerts spirituels, entgegen seiner Zusage nicht auf das Programm gesetzt worden war, bestand kein Anlass mehr, dort weitere derartige Kompositionen zu schreiben. Nach Salzburg zurückgekehrt mag es Mozart allerdings gereizt haben, diese neue Gattung dort bekannt zu machen, zumal entsprechend gute Instrumentalisten zur Verfügung standen. Auch die Wahl der Solo-Instrumente (Violine und Viola) in dem hier vorgelegten Werk ist vielleicht durch die in Salzburg anscheinend beliebte Kombination dieser Instrumente mitbestimmt worden.