Im Mai 1747 besuchte Bach König Friedrich II. am Hof in Potsdam, wo er auf einem Silbermannschen Pianoforte über ein vom König gegebenes Thema improvisierte. Das dreistimmige Ricercar gibt aller Wahrscheinlichkeit nach die ausgearbeitete Improvisation wieder. Das sechsstimmige Ricercar stellt die nachträgliche Lieferung der vom König erbetenen „Fuge mit sechs obligaten Stimmen“ dar, deren Improvisation sich Bach nur mit einem selbstgewählten Thema zugetraut hatte. Die nach den neuesten Erkenntnissen der Bach-Forschung revidierte und erweiterte Neuausgabe der beiden Ricercari aus dem „Musikalischen Opfer“ enthält neben der Druckfassung des sechsstimmigen Ricercars auch dessen autographe Frühfassung. Ein vollständiger faksimilierter Abdruck dieser Handschrift, die Faksimiles von Bachs Widmungstext aus der Druckausgabe des „Musikalischen Opfers“ sowie ein Vorwort zur Entstehung und zur Wiedergabe runden diese Ausgabe ab. Diese Ausgabe wird herausgegeben von dem mit zahlreichen Bach-Forschungen und –Entdeckungen hervorgetretenen Musikwissenschaftler Christoph Wolff.