Im Frühjahr 1729 übernahm Bach die Leitung des sogenannten »Schottischen Collegium Musicum«, einer studentisch-bürgerlichen Musikvereinigung. Zu den bemerkenswertesten Ergebnissen dieser Aufgabe gehören sicherlich die Konzerte für Cembalo. Es gilt heute als sicher, dass fast alle dieser Konzerte durch Transkription von Konzerten für Melodieinstrumente (meist Violine oder Oboe) entstanden.

Als Johann Sebastian Bach um 1738 das sechsteilige Opus der Cembalokonzerte BWV 1052-1057 schuf, stellte er das Konzert d-Moll BWV 1052 an die Spitze, als dessen Vorlage seit je und mit guten Gründen ein verschollenes Violinkonzert in der gleichen Tonart vermutet wird. Dieses Konzert hatte vorher schon zweimal als Vorlage für Transkriptionen gedient.

Das zweite "Vorlauterwerk" für BWV 1052 bildet das hier vorgelegte Cembalokonzert, das von Wilhelm Rust 1869 in Band 17 der Gesamtausgabe der Bachgesellschaft zum erstenmal veröffentlicht wurde und das im BWV die Nummer 1052a erhalten hat. Als Schreiber der Hauptquelle, des Stimmensatzes Mus. ms. St 350 der Staatsbibliothek zu Berlin, sah Rust Johann Sebastian Bach an, und entsprechend bewertet er das Stück als eine authentische Frühfassung des Konzerts BWV 1052. Inzwischen ist als Schreiber der Stimmen Carl Philipp Emanuel Bach erkannt worden, der heute auch allgemein als Autor gilt.