Die Serenade in Es KV 375 existiert in zwei Fassungen, einer ersten mit je zwei Klarinetten, Hörnern und Fagotten und in einer zweiten um zwei Oboen erweiterten Oktett-Fassung.

Über den Anlass der Komposition der Erstfassung für sechs Bläser und die ersten Aufführungen sind wir durch Mozart gut unterrichtet. Sie wurde für die Schwägerin des Hofmalers Hickl vermutlich Ende September/Anfang Oktober 1781 komponiert und am Theresientag, dem 15. Oktober, zum ersten Male aufgeführt.

Die Fassung für acht Instrumente, die vermutlich im Sommer des folgenden Jahres entstand, ist keineswegs eine mehr oder weniger mechanische, um zwei Oboen vermehrte Version des Sextetts, bei der die Oboen lediglich mit den Klarinetten colla parte geführt würden.

Mozart nahm die Gelegenheit wahr, Änderungen an der Artikulation und der Dynamik anzubringen, ebenso finden sich Eingriffe in die melodische Substanz und formale Anlage. Zwei zusätzliche hohe Instrumente ermöglichten grössere klangfarbliche Abstufungen und Differenzierungen, so dass zum Beispiel die homogene Klangfarbe der beiden Klarinetten aufgebrochen werden konnte. Es bot sich an, melodische Phrasen auf Klarinetten und Oboen zu verteilen oder durch Oktavtransposition beziehungsweise -verdopplung eindringlicher und brillanter zu gestalten.