Janaceks lateinische Messe (1907-1908) macht infolge ihrer bündigen Kompositionsweise eher den Eindruck einer genialen Skizze, als eines fertigen Werkes; besonders auffallend ist die ungewöhnliche Kürze des Agnus Dei. Das Werk fesselt durch seine spezifische, völlig in Janacek's bekannter Diktion entwickelte Melodik und Metro Rhytmik, durch die typische Verwendung der Pausen für Zwecke des Ausdrucks, durch seine originale Heterophonie, die hier die taditionelle Polyphonie ersetzt, und durch den plastisch geführten Insrumentalpart.