Lélio wurde im Iahre 1831 komponiert, und zwar zu einem Zeitpunkt, als sich Berlioz als Stipendiat des Rompreises in Italien aufhielt. Im April des gleichen Iahres musste der Komponist erfahren, dass ihn seine Verlobte Camille Moke zugunsten eines anderen Werbers verstoßen hatte. Er verließ Rom in der Absicht, nach Paris zurückzufahren, um dort Rache zu nehmen, änderte jedoch seine Pläne und unterbrach seine Reise in Nizza, wo er drei Wochen verweilte. Schließlich kehrte er wieder nach Rom zurück. Während der Rückreise fasste der Komponist den Entschluss, ein quasi halbszenisches Orchesterwerk zusammenzustellen, in dem die Idee der Rückkehr ins Leben nach einem erschütternden Schicksalsschlag durch Musik und Monologe zum Ausdruck gebracht wird.

Die Kompositionsarbeiten wurden im Iuni 1831 in Rom abgeschlossen. Im Frühjahr 1832 machte Berlioz während eines Besuches bei seinen Eltern in der Dauphiné eine Abschrift der Orchester- und Vokalstimmen. Die Uraufführung fand am 9. Dezember 1832 am Pariser Conservatoire zu- sammen mit der Symphonie fantastique statt, eine Wiederaufnahme erfolgte drei Wochen später und nochmals am 3. Mai 1835.

Obwohl Lélio als zweiter Teil der „Episode im Leben eines Künstlers” bezeichnet wird, kann das Stück auch allein aufgeführt werden, ohne dass ihm die Symphonie fantastique vorangestellt wird.