„In Liedern habe ich wenig Neues gemacht, dagegen versuchte ich mich in mehreren Instrumental-Sachen, denn ich componirte 2 Quartetten für Violinen, Viola u. Violoncelle [a-Moll, D 804; d-Moll, D 810] u. ein Octett [F-Dur, D 803], u. will noch ein Quartetto schreiben [nicht ausgeführt], überhaupt will ich mir auf diese Art den Weg zur grossen Sinfonie bahnen. Das Neueste in Wien ist, dass Beethoven [am 7. Mai 1824] ein Concert gibt [...] Wen Gott will, so bin auch ich gesonen, künftiges Jahr ein ähnliches Concert zu geben.“

So berichtet Schubert am 31. März 1824 seinem Freund Leopold Kupelwieser nach Rom in einem längeren, im ersten Teil von grosser Niedergeschlagenheit zeugenden Brief. Um sich den Weg zu bahnen zur grossen Sinfonie – womit kaum eine bestimmte Sinfonie gemeint sein dürfte sondern die Gattung –, schreibt er Streichquartette und ein grösseres Kammermusikwerk für Streicher und Bläser, nimmt er sich Beethoven zum Vorbild, doch wählt er als Modell für das Oktett keines von dessen späten Werken, deren Entstehung und Veröffentlichung er miterlebt, sondern das Septett opus 20 aus den Jahren 1799/1800.