1815 – das war ein Jahr, in dem Schubert trotz aller erdrückenden Lehrer-Pflichten unermüdlich neue Werke schuf. Neben etwa 140 neuen Liedern entstanden die zweite und die dritte Sinfonie, vier Bühnenwerke, die ersten bedeutenderen Kompositionen für Klavier, das Streichquartett in g (D 173) und zwei Messen: die in G (D 167) und die hier vorgelegte in B. Bedenkt man, dass die Messe in F (D 105) im Mai–Juli 1814 und die in C (D 452) im Juni–Juli 1816 geschrieben sind, dann zeigt sich, dass von den insgesamt sechs vollständigen Vertonungen des Messtextes, die uns von Schubert überliefert sind, vier in dem knappen Zeitraum von zwei Jahren entstanden.

Eine erste Aufführung der Messe fand sicherlich bald nach ihrer Fertigstellung, wahrscheinlich in Lichtental, statt. Eine weitere Aufführung lässt sich aus dem Umstand erschließen, dass einige teilautographe Stimmen – die Orgelstimme, 3 Sopran- und 3 Altstimmen – etwa 1820 angefertigt worden sind. Von einer dritten Aufführung Anfang Oktober 1824 in der Pfarrkirche in Hainburg berichtet Schuberts Bruder Ferdinand, der dabei die Orgel gespielt hat. Zum erstenmal im Druck erschien die Messe 1837 als op. 141 bei dem Wiener Verleger Tobias Haslinger.