Der Band ist der zweite von drei geplanten Bänden mit Ballettmusiken, die zwischen 1759 und 1765 in Wien entstanden. Sie repräsentieren einen kleinen Anteil der in Wien von Gluck verantworteten Ballettmusiken, von denen sich musikalische Quellen erhalten haben, und bilden einen Komplex, in welchem Glucks Tätigkeit als „Compositore von der Music zu denen Balletten“ in umfänglicher Weise editorisch Rechnung getragen wird. Der vorliegende Band umfasst Kompositionen der Jahre 1759 und 1760 (bzw. der Spielzeiten 1759/60 sowie 1760/61).

Die Ballettmusiken sind singulär als Stimmensätze überliefert, die in zeitlicher Nähe zu den Uraufführungen im Auftrag des Fürsten Joseph Adam von Schwarzenberg in Wiener Kopistenwerkstätten angefertigt wurden und heute im Staatlichen Regionalarchiv, Ceský Krumlov aufbewahrt werden. (Eine Ausnahme bildet die Sinfonia zu „Le Prix de la Danse“, die zusätzlich als Komposition Ignaz Holzbauers überliefert ist.)

Die Ballettmusiken bestehen aus einer Reihe zahlreicher eher kurzer und vereinzelt längerer Sätze, die auch wiederholt oder zu größeren Einheiten zusammengefügt werden konnten. Sowohl „Les Corsaires“ als auch „Le Prix de la Danse“ wurden im Dezember 1759 am Kärntnertortheater mit Choreographien von Charles Bernardi uraufgeführt, während die Choreographien zu „Le Berger magicien”, „Les Miquelets espagnols” und „Le Naufrage” (uraufgeführt 1759 am Burgtheater) sowie zu „Les Faunes” und „Les Trois Couleurs” (uraufgeführt 1760 ebenda) wohl von Gasparo Angioloni stammten. Nur zu den beiden Balletten Bernardis sind in der Theaterchronik des Wiener Hoftänzers und Ballettmeisters Philipp Gumpenhuber szenische Beschreibungen überliefert. Trotzdem lassen sich anhand sprechender Titel und inhaltlich verwandter Stücke die thematischen Ausrichtungen der jeweiligen Ballette nachvollziehen.