Mit der Uraufführung von Glucks „Alceste“ wurde das Wiener Burgtheater nach der durch den Tod der Erzherzogin Maria Josepha verordneten Trauerzeit wieder eröffnet.

Die Anregung zum Libretto, das trotz der Einbeziehung des Wunderbaren ganz auf Tod und Jenseits bezogen ist, erhielt Calzabigi wahrscheinlich durch den Tod des Ehemannes von Kaiserin Maria Theresia. In der euripideischen Alkestis sah der Librettist möglicherweise eine Schicksalsgefährtin der vom Volk hochverehrten kaiserlichen Witwe. In Anlehnung an antike griechische Tragödien waren Gluck auch in diesem Werk die Einheit des Ganzen und das Zusammenspiel aller Faktoren einschließlich Kostümen und Bühnenbild wichtig. Großen Wert legte er auf die Integrierung des Chores in das Geschehen auf der Bühne.

Bei Bärenreiter erscheint nun der sorgfältig überarbeitete, korrigierte und an die aktuellen Bärenreiter-Standards angepasste Klavierauszug im Neustich.