Die Wiener Version von Glucks "Orpheus und Eurydike" mit italienischem Gesangstext erklang zum ersten Mal im Jahre 1762 unter Leitung des Komponisten im Burgtheater.

In der Wiener Fassung hat der Komponist, anders als in der später entstandenen Pariser Fassung, wo Orpheus von einem Tenor gesungen wird (BA 2282-90), die Hauptfigur des Orpheus als Alt-Partie gestaltet.

Beiden Fassungen von Glucks Reformdrama liegt ein Libretto von Ranieri de’ Calzabigi zugrunde, mit dem dieser die metastasianische Oper des 18. Jahrhunderts revolutioniert hat. Solo- und Chorgesang, Instrumentalmusik, Pantomime und Tanz sind nun eng verzahnt. Der Mythos ersetzt eine intrigenreiche historische Handlung. An die Stelle der Da-capo-Arie treten einfache Liedformen mit weitgehendem Verzicht auf Koloraturen.


Azione teatrale per musica in drei Akten (Wiener Fassung 1762)

Libretto: Raniero de' Calzabigi (italienisch)
Uraufführung: 5. Oktober 1762, Wien, Burgtheater

Ausgabe: Anna Amalie Abert und Ludwig Finscher (Gluck. Sämtliche Werke)
Übersetzungen: 1) Hans Swarowsky (deutsch), 2) Eberhard Schmidt (deutsch)

Ort und Zeit der Handlung: Averner See, in mythischer Zeit

Personen:
Orfeo – Alt
Euridice – Sopran
Amore – Sopran
Chor: Schäfer, Nymphen, Furien und Larven der Unterwelt, Heroen und Heroinen des Elysiums, Geister der Unterwelt, Gefolge des Orfeo
Ballett: Furien und Larven der Unterwelt, Geister der Unterwelt

Orchester: 2,2Chalumeaux,2,2Eh,0,2 – 2,2(2Crt),3,0 – Pk – Hfe – Str – Bc
Dauer: ca. 1h 30'