Von Georg Philipp Telemann (1681-1767) sind insgesamt 25 Violinkonzerte überliefert. Vermutlich ist damit nur ein Bruchteil des gesamten Werkes auf diesem Gebiet erhalten; doch ist an diesem durch die Zeiten reduzierten Bestand erkennbar, dass die Violine für Telemann - wie für andere Komponisten seiner Zeit auch - das wichtigste und vielseitigste Soloinstrument war. Zu zwei Opern sind die Einleitungsmusiken Violinkonzerte, zu "Der neumodische Liebhaber Damon" (1719) TWV 21:8 und zu "Die last-tragende Liebe oder Emma und Eginhard" (1728) TWV 21:25. Acht Konzerte haben zwei Violinen als Soloinstrumente. In fast allen Konzerten für mehrere Soloinstrumente spielt die Violine eine wichtige Rolle.

Nicht eines der zahlreichen Violinkonzerte Telemanns hat Einzug in das heutige Konzertrepertoire oder in die Violin Pädagogik gehalten. Dieser bedauerliche Umstand lässt sich leicht erklären: Bis heute fehlen zuverlässige Editionen für die Praxis. Die vorliegende Ausgabe hilft diesem Missstand ab und gibt Geigenschülern Studenten und Lehrern erstmals die Möglichkeit, drei ausgewählte Violinkonzerte dieses barocken Meisters kennenzulernen, dessen erfindungsreiche Kompositionen in ihrer formalen Vielfalt den Weg von Vivaldi zu den Solokonzerten der Klassik weisen.