Die in zwei Teilen, 1636 und 1639, publizierten „Kleinen geistlichen Konzerte“ gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Kompositionen von Heinrich Schütz. Es handelt sich jeweils um Sammlungen geringstimmiger, generalbassbegleiteter Vokalmusik auf deutsche und lateinische Texte mit einer breit gefächerten Stilistik. Auch der zweite Band bietet ein vielfältiges Spektrum an Besetzungen, Formen und Texten: moderne Solokonzerte nach italienischem Vorbild ebenso wie eher traditionelle Motetten, Vertonungen altbekannter Psalmen, aber auch von Kirchenliedern und mystisch kontemplativer Andachtsliteratur. Monodische Gestaltungsmittel und Virtuosität gerade in den deutschsprachigen Konzerten brachten Schütz schon kurz nach dem Druck der „Kleinen geistlichen Konzerte“ den Ruf ein, als „Teutsche Nachtegal eine Welsche“ übertroffen zu haben. Durch den Verzicht auf ein größeres Instrumentarium waren die Konzerte, zumal während des Dreißigjährigen Krieges, universal aufführbar. Sie konnten am Hof, in Stadt oder Dorf, aber auch in der Schule oder in privater Häuslichkeit musiziert werden.

Im Unterschied zur 1963 erschienenen Edition der „Kleinen geistlichen Konzerte“ (BA 3664, BA 3665, BA 3666) im Rahmen der „Neuen Schütz-Ausgabe“ werden die Stücke in dieser Neuausgabe erstmals in ihrer originalen Gestalt und Anordnung wiedergegeben. Durch die historisch-kritische Auswertung sämtlicher relevanter Quellen liefert die vorliegende Edition zudem neue Informationen über Intentionen des Komponisten, Textvorlagen, Druckabläufe und Rezeption. Außerdem enthält sie die Rekonstruktion einer unvollständig überlieferten Frühfassung. Die Ausgabe richtet sich an Musikwissenschaftler ebenso wie an interessierte Laien und professionelle Musiker der Alten Musik.