Für Felix Mendelssohn Bartholdy war die Bachsche Kirchenmusik nicht nur Musikgeschichte, die es wieder zu entdecken und aufzuführen galt, sondern auch ein wichtiger Masstab für die eigenen Kompositionen. Das wird in einem Brief deutlich, in dem Mendelssohn seine Choralkantate "Wer nur den lieben Gott lässt walten" mit Bachs Kantate über den gleichen Text vergleicht und schreibt, " ... dass mir verschiedene Stellen im meinigen immer noch ganz gut, ja fast besser geschienen haben (andere dann freilich wieder nicht) und dass ich bei einigen gar mit dem alten Sebastian Ähnlichkeit habe." Die Choralkantate wird in der vorliegenden Ausgabe erstmals veröffentlicht und erweitert das heutige Repertoire um ein bedeutendes Chorwerk des 19. Jahrhunderts.