Carl Philipp Emanuel Bachs „Preußische Sonaten" – so ge­nannt nach der Widmung an Friedrich den Großen, dessen Kammercembalist Bach damals war – wurden 1742 in einer von Balthasar Schmid in Nürnberg gestochenen Ausgabe veröffentlicht. Zusammen mit den zwei Jahre später publizierten, dem Herzog Karl Eugen von Württemberg gewidmeten „Württembergischen Sonaten” sind die „Preußischen Sonaten” die bedeutsamste Erscheinung der deutschen Klaviermusik in der Epoche zwischen Johann Sebastian Bach und Haydn. Sie gehören zu den Hauptwerken der Klavierkunst überhaupt und heben sich als wichtiges Zeugnis des „Sturm und Drang“ in der Musik deutlich vom empfindsam oder spielerisch Rokokohaften des damaligen Zeitstils ab.

Die im Jahre 1928 von Rudolf Steglich edierte Ausgabe der „Preußischen Sonaten“ ist ein Musterbeispiel dafür, wie die verschiedenen Interessen der Wissenschaft und Praxis in einer Ausgabe berücksichtigt werden können. Mit der vorliegenden Sonderausgabe möchte der Verlag dem immer wieder geäußerten Wunsch nach einer Neuauflage der lange vergriffenen Sonaten entsprechen.