Der Rácóczi-Marsch gehört zu den im 19. Jahrhundert populärsten Märschen. Er ist in zahllosen Bearbeitungen verschiedener Komponisten überliefert, z. B. von Franz Liszt und Hector Berlioz. Brahms wurde von seinem Verleger Rieter-Biedermann im Frühjahr 1864 um Variationen über den Rácóczi-Marsch gebeten, Brahms reagierte zunächst zurückhaltend.

Der Name Rácóczi-Marsch geht auf die ersten ungarischen Freiheitskämpfe gegen die Habsburger in den Jahren 1703–1711 zurück, deren Anführer Franz Fürst Rácóczi II war. Die Reserviertheit von Brahms mag auch darauf zurückzuführen sein, dass er, der im Jahr zuvor nach Wien umgezogen war, eine Komposition ausgerechnet über diesen Marsch für die Festigung seiner Kontakte in Österreichs Hauptstadt als nicht angebracht erachtete.

Die von Brahms „einfach für Klavier“ gesetzte Bearbeitung des Rácóczi-Marsches stammt aus dem Nachlass von Clara Schumann. Basis für diese Ausgabe ist das undatierte Autograph; über die editorischen Details informieren die Kritischen Anmerkungen.