Ein bedeutender Teil des Schaffens von Janácek ist den Chören gewidmet, meistens sind es jedoch Männerchöre. Dies ist sowohl auf seine Tätigkeit als Chormeister, als auch auf die Möglichkeiten zurückzuführen, die ihm das damalige Brünn mit seinem hervorragenden Gesangsverein mährischer Lehrer geboten hat. Mit der Einziehung der Männer zum Kriegsdienst begann auch der Chor mährischer Lehrerinnen allmählich selbständig aufzutreten, und gerade diesem hat Janácek am Beginn des Kriegsjahres 1916 seine Aufmerksamkeit zugewandt.

Der Komposition für Frauenchor hat er sich ausschließlich in dieser Periode gewidmet. Im Januar schrieb er den Chor Die Wolfsspur nach einem Gedicht von Jaroslav Vrchlický, im Februar dann den Zyklus von Chören mit Begleitung von Flöte und Harfe Hradschiner Lieder nach den Texten aus der gleichnamigen Sammlung von František Serafínský Procházka, sowie den Chor Kaspar Ruzky aus der selben Sammlung.

Außer den beiden Bänden der Männerchöre a cappella steht nun in der Kritischen Gesamtausgabe der Werke von Leoš Janácek auch ein Band mit den Frauenchören zur Verfügung. Sein Inhalt ist aus der Originalausgabe von Editio Janacek aus dem Jahr 2002 aufgrund einer Lizenzvergabe übernommen.