Aus Briefen an seinen Vater wissen wir, dass Mozart während seines Parisaufenthaltes 1778 für ein dort ebenfalls anwesendes Quartett von Bläsersolisten eine Sinfonia concertante für Flöte, Oboe, Horn, Fagott und Orchester geschrieben hat – Mozarts Autograph ging verloren, das Werk ist verschollen.

Im 19. Jahrhundert ist die Abschrift einer Sinfonia concertante in Es für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester aufgetaucht, für die Mozarts Autorschaft in Anspruch genommen wurde und die – trotz der abweichenden Besetzung des Bläserquartetts – mit der verschollen geglaubten Sinfonia concertante in Verbindung gebracht worden ist. Das Werk galt lange Zeit als echt, doch werden seit etwa 25 Jahren vehement Zweifel an der Authentizität angemeldet, die sich nicht nur auf die Besetzung des Solistenquartetts, sondern auch auf die Orchesterpartien beziehen.

Robert Levins Rekonstruktion geht von der Voraussetzung aus, dass der Satz der Solostimmen im Keim echt ist und von einem fremden Bearbeiter uminstrumentiert worden ist (Flöte zu Oboe, Oboe zu Klarinette). Die Orchesterstimmen hält Levin für unecht. In seiner Rekonstruktion hat Levin die in Mozarts Briefen genannte Besetzung des Solistenquartetts mit Flöte, Oboe, Horn und Fagott wieder hergestellt und die Orchesterstimmen neu geschrieben. Gründliche Analyse des Mozartschen Stils und eine genaue Kenntnis von Mozarts Schreibweise haben Levin befähigt, das Wagnis dieser Rekonstruktion einzugehen. Sie ist als Leihmaterial (BA 7137) erhältlich und gehört zum beliebten Repertoire der Solobläser.