Spohr komponierte die Sechs deutschen Lieder op. 103 im Jahre 1837. Einige Jahre nach Antritt der Konzertmeisterstelle in Gotha, etwa seit 1809, beschäftigte ihn das Problem des klavierbegleiteten Sololiedes immer wieder von neuem (er komponierte insgesamt etwa 90 Lieder). Für den Meister der Symphonie, der Oper und der Kammermusik stand die Form des Klavierliedes freilich nicht so sehr im Brennpunkt des Interesses; aber dieselbe Vorliebe für seltene Besetzungen, die Lust am Experiment wie in der Instrumentalmusik, Oktett, Nonett, der Symphonie für zwei Orchester, wird auch im Lied spürbar und veranlasst ihn immer wieder zu neuen Versuchen. Von den Liedern mit obligaten Instrumenten haben sich gerade die hier erneut vorgelegten Gesänge op. 103 mit Klarinette in das heutige Konzertleben hinüberretten können.