Mit „Erlkönigs Tochter“ griff Gade die mit Comala Op. 12 (1845/46) erstmals erfolgreich herangezogene, bei den Zeitgenossen sehr beliebte Gattung der ‚Weltlichen Kantate für Soli, Chor und Orchester‘ erneut auf, wobei er der Idee folgte, einen Volksliedtext als Grundlage zu verwenden. Ursprünglich hatte der Komponist sich wegen eines Textes an Hans Christian Andersen gewandt, doch realisierte sich diese Zusammenarbeit nicht; der letztlich zugrunde gelegte Text, der literarischen Gattung der Ballade zugehörig, ist mit Wahrscheinlichkeit von Emil Erslev und Gade selbst verfasst worden. Die später hinzugefügte deutsche Übersetzung stammt von Edmund Lobedanz.

Die 1851 begonnene, im März 1854 abgeschlossene Komposition erfreute sich rasch auch international großer Beliebtheit und gehört zu Gades meistaufgeführten Werken. 1864 nahm Gade eine Reihe von Änderungen in der Instrumentation vor, die fortan für Aufführungen unter seiner Leitung verwendet, aber nie in die Druckausgabe der Partitur übernommen wurden. Der Orchestersatz der vorliegenden Ausgabe gibt diese Fassung von 1864 erstmals wieder.