Beethoven schrieb zu seiner einzigen Oper vier Ouvertüren; die populärste ist die Leonore-Ouvertüre Nr. 3. Ihrem ersten Rezensenten missfiel sie noch „wegen der unaufhörlichen Dissonanzen und des überladenen Geschwirres der Geigen“ (Wiener Theater-Zeitung, 1806), aber schon bald wurde sie als „eine der imposantesten, schwierigsten und reichsten, aber auch seltsamsten Compositionen“ (Allgemeine Musikalische Zeitung, 1810) gerühmt. So etablierte sich das Werk schnell unabhängig von der Bühne im Konzertsaal und fand seinen festen Platz im symphonischen Repertoire.

Die Herausgeberin widmet sich im Vorwort der komplexen Entstehungsgeschichte der verschiedenen Fassungen der „Leonore- Ouvertüren“ und geht auch auf die Frage ein, ob das Trompeten- Signal in den Takten 272–277 und 294–299 von einem oder zwei Instrumenten gespielt werden soll. Die vorliegende Edition basiert auf dem Urtext der Gesamtausgabe „Beethoven Werke“ (G. Henle Verlag).