„Sujet ist die weibliche Verführungskraft, der triumphierende Sieg der Schwäche über die Stärke. Das Spinnrad ist nur ein Vorwand, gewählt aus rhythmischen Überlegungen und wegen der grundsätzlichen Bewegtheit des Stückes. Wer sich für solche Details interessiert, kann beobachten, wie Herakles unter den Fesseln, die er nicht zerreißen kann, ächzt, und wie Omphale über die verzweifelten Versuche des Helden spottet.“

(Camille Saint-Saëns im Erstdruck)


„Le Rouet d’Omphale“ (d.h. „Das Spinnrad der Omphale“) war zunächst als ein Werk für zwei Klaviere konzipiert, und auch eine Fassung für Klavier solo erschien im Druck, bevor Saint-Saëns sein „Scherzo“ im März 1872 orchestrierte. Bereits am 14. April brachte es Jules Pasdeloup zur Aufführung.

Mit seinen vier symphonischen Dichtungen stellt sich Camille Saint-Saëns entschieden in die Tradition von Hector Berlioz und Franz Liszt. Die kritischen Erstausgaben bieten Gelegenheit für neue Interpretationen auf verlässlicher Quellengrundlage.