„Der Kerngedanke von „Phaéton“ ist der Hochmut, so wie der Kerngedanke von „Le Rouet d’Omphale“ die Wollust ist.“
(Camille Saint-Saëns)

„Phaéton“ hob Édouard Colonne am 7. Dezember 1873 im Théâtre du Châtelet aus der Taufe. Als Quelle diente Saint-Saëns wohl der Phaeton-Mythos aus Ovids Metamorphosen. Phaeton war es gestattet, im Wagen seines Vaters, des Sonnengottes, durch den Himmel zu fahren. Doch verloren seine ungeübten Hände die Kontrolle über die Pferde. Der brennende Wagen kam vom Kurs ab und stürzte beinahe auf die Erde. Das gesamte Universum hätte in Flammen aufgehen können, hätte Zeus nicht den leichtsinnigen Phaeton mit seinem Blitz niedergestreckt.

Mit seinen vier symphonischen Dichtungen stellt sich Camille Saint-Saëns entschieden in die Tradition von Hector Berlioz und Franz Liszt. Die kritischen Erstausgaben bieten Gelegenheit für neue Interpretationen auf verlässlicher Quellengrundlage.