Saint-Saëns komponierte „La Jeunesse d‘Hercule“ im Winter 1876/77 und am 28. Januar 1877 fand die Uraufführung unter der Leitung von Édouard Colonne statt. Die Xenophons „Memorabilia“ entnommene Fabel erzählt, wie Herakles sich am Anfang seines Lebens zwischen zwei Wegen entscheiden muss: demjenigen der Lebensfreude und demjenigen der Tugend. Den Verführungskünsten der Nymphen und Bacchantinnen gegenüber unempfänglich, macht der Held sich auf seinen Lebensweg voller Kämpfe und Herausforderungen, an dessen Ende ihm durch die Flammen des Scheiterhaufens als Lohn die Unsterblichkeit winkt.

Mit seinen vier symphonischen Dichtungen stellt sich Camille Saint-Saëns entschieden in die Tradition von Hector Berlioz und Franz Liszt. Die kritischen Erstausgaben bieten Gelegenheit für neue Interpretationen auf verlässlicher Quellengrundlage.