Mendelssohns „Lobgesang“ wurde von Zeitgenossen häufig in Zusammenhang mit Beethovens 9. Sinfonie gebracht – und nicht selten als Nachahmung angesehen. Dass dieser Vergleich keine Berechtigung hat, zeigt der renommierte Mendelssohn-Spezialist John Michel Cooper in einer umfangreichen Einführung zur vorliegenden Urtext- Ausgabe. Seine These: Mit dem Lobgesang erschuf Mendelssohn eine neue Gattung, die er schließlich als „Symphonie-Kantate” bezeichnete. Als weltliches Komplementärstück fügte er später dieser Gattung „Die Erste Walpurgisnacht” hinzu.

Unter der Berücksichtigung aller maßgeblichen Quellen werden Entstehung und Struktur des monumentalen Werkes ausführlich dargestellt. Hinweise zur Aufführung, etwa zu Tempo, Artikulation und Dynamik runden die wissenschaftlich-praktische Edition ab. Der Klavierauszug bietet erstmals auch eine von Mendelssohn autorisierte Fassung der „Sinfonia” auf der Basis der Erstveröffentlichung von Nr. 1 für Piano solo.