Carlo Gesualdos „Responsoria“ wurden im selben Jahr (1611) gedruckt wie seine beiden letzten Madrigalbücher. In ihrer Zeit wie auch in den folgenden Jahrhunderten weitgehend unbeachtet geblieben, kann die Sammlung gleichwohl in mehrerlei Hinsicht als spirituelles Vermächtnis des Komponisten angesehen werden. Innerhalb seines Schaffens nahm sie nachweislich einen zentralen Platz ein.

Enthalten sind 27 Responsorien, jeweils neun für die Feiertage Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag, diese wiederum aufgeteilt auf die drei Nocturnen des jeweiligen Tages, ferner mit „Benedictus“ und „Miserere“ (Psalm 50) zwei Kompositionen für die Laudes.
Das Vorwort definiert die editorische Vorgehensweise, beschreibt und wertet die überlieferten Stimmbücher, diskutiert eingehend das Verhältnis der vertonten Texte zur Liturgie und leitet daraus wie auch aus der Sechsstimmigkeit und weiteren Satzprinzipien Folgerungen für Wesen und Charakter der zusammengestellten Kompositionen ab.

Der Kritische Bericht benennt alle Lesarten der überlieferten Exemplare und referiert insbesondere die Setzung von Akzidentien.