„Inkantation“ (1956), das vierte Klavierkonzert Bohuslav Martinus, hat eine atypische zweisätzige Struktur. Es wurde für Rudolf Firkušný, den Freund des Komponisten, komponiert, der das Werk bis 1970 aus einer Abschrift des Autographs gespielt hat; erst dann ist die Komposition im Druck erschienen. Das diesem folgende „Konzert in B für Klavier und Orchester“ (1957–1958), unter dem Namen „Fantasia Concertante“ bekannt, ist das allerletzte konzertante Werk Martinus. Dieses auf Bitte der Schweizer Pianistin Margrit Weber komponierte dreisätzige Konzert unterscheidet sich in seinen kompositorischen Mitteln wesentlich von dem vorangegangenen. In diesem Fall hat Martinu die Ausgabe des Werkes wesentlich beeinflusst.

Als Grundlage für den vorliegenden Band der Gesamtausgabe der Werke Bohuslav Martinus dienten vor allem zeitgenössische Kopien, in die der Komponist direkt eingegriffen hatte. Die Edition vermittelt eine Reihe neuer Erkenntnisse zur Entstehung beider Werke.