Händel komponierte das „Te Deum“ in B-Dur HWV 281 im Jahre 1718 für den späteren Duke of Chandos. Das Werk ist daher als „Chandos Te Deum“ bekannt geworden, wird aber hier nach dem Ort der Erstaufführung als „Te Deum“ für Cannons bezeichnet.

Die ungewöhnliche Besetzung mit je einer Flöte, Oboe, einem Fagott, einer Trompete, zwei Violinen und Basso continuo sowie einem Chor (bestehend aus Sopran, drei Tenören und Bass) ergab sich wahrscheinlich aus den vor Ort verfügbaren Kräften. So finden sich drei Tenöre auch in der fast zeitgleich entstandenen Masque „Acis und Galatea“. Das Werk erinnert in mancher Hinsicht an das Utrechter „Te Deum“, durch die kleinere Besetzung erhält es aber einen eher kammermusikalischen Charakter.

Die wissenschaftlich-kritische Edition gibt in musikalischer, philologischer und historischer Hinsicht den aktuellen Stand der Forschung wieder. Aufgrund der ungewöhnlichen Besetzung und nicht leicht zu überblickenden Überlieferung bildet das Thema „Aufführungspraxis“ einen lesenswerten Schwerpunkt innerhalb des Vorwortes.