Es gibt wohl kaum einen Klavierschüler, der Beethovens beide jeweils als „Sonate facile“ bezeichneten Sonaten op. 49 in seinen ersten Jahren nicht gespielt hätte.
Die Werke sind nicht nur technisch leicht, sondern auch sehr lyrisch und wirkungsvoll, so dass sich hier die Freude am Musizieren mit dem Erobern erster spielerisch-kunstvoller klassischer Literatur auf ideale Weise verbindet. Die beiden Werke entstanden bedeutend früher als ihre Opusnummer vermuten lässt. Beethoven komponierte sie um 1797/98, in einer Zeit, als er auch an einer seiner wichtigsten Sonaten, der „Grande Sonate pathétique“ op. 13, arbeitete.

Der Edition der beiden Sonaten widmet sich der weltweit angesehene Beethoven-Spezialist Jonathan Del Mar mit gewohnter Präzision und Akribie. Alle verfügbaren Quellen werden von ihm ausgewertet, um zu einem ebenso zuverlässigen wie plausiblen Notentext zu gelangen, der der Intention des Komponisten am nächsten kommt. Lesarten und editorische Entscheidungen sind im Kritischen Kommentar dokumentiert. Eine informative Einleitung zu den Sonaten wird ergänzt von wertvollen Hinweisen zu Fragen der historischen Aufführungspraxis. Sie geben u.a. anderem auch Auskunft zur Dynamik der zweiten Sonate, die in den Quellen nahezu keine dynamischen Angaben enthält. Die lesefreundliche Notengrafik mit praktischen Wendestellen erleichtert dem Klavierschüler das Einüben der Werke.