Über die Bedeutung von Liszts späten Klavierstücken wurde viel gerätselt. Gelten sie einerseits als Vorboten erlöschender Inspiration des alternden Liszt, werden sie andererseits aufgrund ihrer radikalen Einfachheit und harmonisch kühnen Musiksprache als visionäre Stücke gerühmt. Versammelt sind einige der für Liszts Spätstil bezeichnendsten Stücke, die durch ihren mäßigen Schwierigkeitsgrad in besonderer Weise auch für den Klavierunterricht geeignet sind. Der Herausgeber zieht wenig beachtete Quellen heran und beschreibt im Vorwort Entstehung und Quellensituation der Stücke. Der Kritische Kommentar gibt Auskunft zu Lesarten und editorischen Entscheidungen. Eine elegante Notengrafik mit praktischen Wendestellen sowie wertvolle Hinweise zur Interpretation des renommierten Pianisten Steffen Schleiermacher machen diese längst überfällige kritische Neuedition für die Praxis unentbehrlich.