Seit längerem setzt sich Manfred Trojahn kompositorisch mit Texten auseinander, die „das Scheitern des Künstlers aus unterschiedlichen Perspektiven“ reflektieren. Vor allem „Le Ceneri di Gramsci“ von Pier Paolo Pasolini und „Ein Brief“ von Hugo von Hofmannsthal bilden den geistigen, die gleichnamigen Kompositionen Trojahns den ästhetischen und klangsprachlichen Hintergrund des V. Streichquartetts. Es wurde für das Kuss Quartett geschrieben. In drei Sätzen komponierte Trojahn eine expressive Musik mit zum Teil schroffen Kontrasten, in der sich polyphone und blockartige Strukturen gegenüberstehen und ein dichtes, vom Hörer nachvollziehbares Netz motivischer Verbindungen geschaffen wird.