Schon in der Antike waren Sprache und Musik eine Einheit, so wurden die Epen von Homer gesungen vorgetragen und durch die hochentwickelte Redekunst (Rhetorica) sprachen Worte die Vernunft an, Musik aber die Seele. Seit Monteverdi kam der musikalischen Textausdeutung eine noch bedeutendere Rolle zu: Rhetorischen Begriffe wie „exclamatio“, „saltus duriusculus“ und „climax“ wurden auf die Musik übertragen, um die Gefühlswelt des Textes noch ausdrucksvoller zu gestalten.

Diese kompositorische Methode stand dem Komponisten beim Entwerfen seines Geigenstückes „Rhetorica“ Pate. Er schreibt zu seinem Werk: „Mein Ziel war es, auch schon die kleinsten musikalischen Elemente so ‚sprechend‘ zu gestalten, dass die Musik auch ohne Worte die Momente eines menschlichen Lebens mit allen Höhen und Tiefen eindringlich erzählt.“