Erst 1814, fünf Jahre nach der Sonate op. 81a („Les Adieux“), komponierte Beethoven auf dem Höhepunkt seiner Popularität im Umfeld des Wiener Kongresses ein neues Werk dieser Gattung. Die überaus lyrische Sonate e-Moll op. 90 eignet sich aufgrund ihrer technisch maßvollen Anforderungen auch sehr gut für den fortgeschrittenen Klavierunterricht. Sie ist die letzte seiner mittleren Schaffensperiode. Den beiden Sätzen stellte Beethoven ausschließlich deutsche Tempoanweisungen voran und widmete das Werk seinem klavierspielenden Freund und Gönner Moritz Graf von Lichnowsky.