Ende 1821 begann Beethoven mit der Arbeit an op. 111, seiner letzten, seit ihrem Erscheinen als Gipfel geltenden Klaviersonate, der Thomas Mann in „Dr. Faustus“, ein literarisches Denkmal setzte. Wie op. 110 wurde auch diese letzte Sonate bei Maurice Schlesinger in Paris gestochen, um „recht brillant“ zu werden, tatsächlich aber enthielt der französische Erstdruck, sehr zum Ärger Beethovens, zahlreiche Fehler. Die ungewöhnliche, mit einem Adagio endende zweisätzige Form der Sonate ließ Schlesinger bei Beethoven nachfragen, ob der Allegro-Satz „zufällig beym Notenschreiber vergessen worden“ sei. Eine Antwort des Komponisten ist nicht bekannt.

Jonathan Del Mar unterzieht für seine Neuedition die kontrovers diskutierte Quellenlage einer Neubetrachtung. Der zuverlässig edierte Notentext wird ergänzt von einem ausführlichen Kritischen Kommentar sowie einer informativen Einleitung und fachkundigen aufführungspraktischen Hinweisen.